Lyrik

Heiterkeit

Die Heiterkeit, sie ist vergänglich,
Manchmal kommt sie wie ein Schatten ihrer selbst,
Verschwindet wieder unumgänglich,
Macht Platz dem schwarzen Fels.

Die Seele ruht im Schlaf und wartet,
Bis der Weckruf ihrer kommt,
Bis die Sonne wieder ermattet,
Dein Antlitz voller Wonne sonnt.

Erklommen scheint der Gipfel der Müh,
Und heller Risse der Verstand,
Doch verschwindet sie im Nu,
Die Heiterkeit im Niemalswiedersehenland.

Die Dunkelheit sie kommt,
Und Nichts ist da.

Zärtlichkeit

Neben mir liegst Du ganz entblößt,
Deine Haut liegt an meiner,
Ich höre wie Dein Atmen stößt,
Wie ein Schmetterling, nur feiner.

Die Herzen schlagen,
Und ich warte bis sich ein Reim ergibt,
Bis es unsere Körper wagen,
Bis die Einsamkeit uns vergisst.

Eines Tages ist es vorbei,
Einer von uns, einer wird gehen,
Doch in meinem Herzen wirst du nie vergehen,
Meine liebe Lorelei.

Meer

Das Meer fließt dahin mit Ruhe und Bedacht,
Nichts stört sein Wesen,
Auch nicht das Schiff, das kernt macht,
Oder die Menschen, die nicht mehr gewesen.

Schreie verhallen, das Boot nicht zu sehen,
Nichts, außer das ungestörte Vergehen.

Und Tage später, die Schreie blieben ungehört,
Kommt dem Leichenteppich eine Fregatte näher,
Eine Soldatin hilft bei der Bergung ungestört,
Und Fleisch löst sich von den Knochen umher.

Niemand kennt diese Leute in unserem Land,
Nirgendwo waren sie willkommen.

So fließt dahin das warme Meer,
Und niemand schreit: „Nimmermehr!“

Herz

Das Herz es schlägt allein, sein ganzes Leben,
Keiner weiß, was es zum schlagen bringt,
Doch Liebe vermagst Du ihm zu geben,
Das musst Du, unbedingt!

Wenn ein zweites Herz sich in seinen Rhythmus reimt,
Und sie, wenn nur für eine Zeit, gemeinsam schlagen,
Dann speichert Deiner diese Kraft, die später keimt,
Und niemand jemals kann sie Dir erklagen.

Die Zeit wird vergehen, doch die Liebe bleibt,
Und Liebe ist eine ungeheure Kraft,
Die Deinen Lebensweg umschreibt,
Und Dich verändert, erhaben zaghaft.

Sei Dankbar für jedes Herz, was Dir begegnet,
Das Dich zum Fühlen und Lieben überredet.

Trübsal

Trübsal blasen ist eine Scheiße,
Da wird nichts aus Deinem Fleiße,
Da tigerst Du wie ein Affe in Käfig,
Die Depri ist super heftig,
Da schreibst Du kein Gedicht,
Da hörst Du im Kopf «Geht überhaupt nicht»!

Heinrich Heine ist mir egal,
Seine Gedichte sind super schal,
Goethe und Schiller können mich mal,
Ihre Reime sind suboptimal,

Ich tigere lieber in Käfig herum,
Gedichte und Ruhm? Ach! Sei es drum!

Bekloppt

Manche Menschen kommen gesund zur Welt,
Andere wiederum im Sauerstoffzelt,
Ich gehöre zu einer anderen Sorte,
Ich gehöre zu den Semibekloppten,

Auf’s Klo gehen, das kann ich alleine,
Aber im Kopf habe ich nur Ziegelsteine,
Da wo andere Leute zu denken vermögen,
Mache ich nur so komische Bögen,

Fragen Sie mich nicht, was zwei plus zwei ist,
Ich bin kein verdammter Profijurist,
Mir ist die Kunst vorbehalten,
Da kann ich mich so richtig entfalten!

Berlin

Berlin, Berlin… Nie hast du gehalten, was du versprochen hast,
Nichts gemerkt habe ich von dem Schick oder Hast,
Bloß hässlich und verhipstert bist du geworden,
Nichts als Frust und ewige Wohnungssorgen.

Gekommen bin ich zu dir voller Elan und Erwartung,
Doch nichts habe ich bekommen, als die Jobcenter-Einladung,
Graue Mauern überall um mich rum,
Nichts als fahler Weltstadtruhm,

Selbstbeweihräucherungsattitüden,
Neuköllner Asis war ich so müde,
Nachtclubs und Darkrooms an der Heisenheide,
Drogendealer auf der grünen Weide.

Dumme Schwaben sitzen im Café,
Kotzen will ich, wenn ich die Bratzen seh,
Ich bin so viel zur Kultur gegangen,
Völlig oberflächlich das ganze Gebaren.

Überschätzt wirst du in der ganzen Welt,
Keiner kann froh sein, wer dich wirklich kennt.
Einsam war ich in dir,

Fahr zur Hölle Berlin!

Vater

Ich sah Dich, nie, ich hörte nie Deine Stimme,
Nur ein kleines Foto, das ist mir geblieben,
Umarmt habe ich Dich auch nie,
So ist sie nun mal unsere Historie,

Mein Leben sollte ohne Dich stattfinden,
Das hatte ich gefühlt, so war das Empfinden,
Dann hörte ich, dass Du nicht mehr lebst,
Verschwunden der Hoffnung der klägliche Rest,

Nur die Leere, sie ist mir geblieben,
Soll ich Dich hassen oder doch noch lieben?
Du bist mein Erzeuger und auch nichts weiter?
Ist das Deine Schuld oder war sie der Verleiter?

Auf all diese Fragen werde ich nie eine Antwort hören,
Schwanken die Gefühle zwischen dem Nichts und vergeben wollen,
Ich weiß nicht, was ich jetzt fühlen soll,
Ich denke, da ist ein mächtig Groll.

Doch ich liebe Dich, das meine Pflicht,
Egal ob kenne ich Dich oder nicht,
Denn verachte ich Dich,
So verachte ich mich,
Und seinen Vater und Mutter zu ehren,
Das sagen alle heiligen Lehren,

Und Liebe steht über allem,
Vergönnen soll man sie keinem,
Und wenn ich tot bin, so seh’ ich Dich wieder,
So ist mir der Tod geringer zuwider.

Mir lief nur eine Träne herunter, als ich rief,
Ruhe in Frieden und schlafe ganz tief!

Geil

Er steht schon wieder!
Halt die Fresse, ich drück dich nieder!
Dieses Brennen in den Lenden!
Ich bin es satt, ich will es beenden!

Wichs mich, wichs mich, du Luder,
Ich brauch‘ mal wieder einen warmen Bruder,
Oder einen netten Fräuleinarsch,
Mal wieder einen Spermarausch!

Ich will dich ficken, mich reizt deine schöne Gestalt,
Ich schlag meinen Kopf gegen harten Asphalt,
Oh Gott, diese schlimme Pein!
Jehova, ich bin ein notgeiles Schwein!